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Freitagnachmittags nach der Arbeit fuhren wir los ins 320km entfernte Liedolsheim. Im Fahrerlager hatte uns Lisa Seidel und ihr Vater Jürgen einen Platz für unser Zelt und sogar unseren Wohnwagen freigehalten. Das war ausnahmsweise möglich, weil durch die gleichzeitig stattfindenden ADAC-Kartmasters in Ampfing die Zahl der DMV-Teilnehmer nicht so hoch war.
Nach dem Aufbau konnte ich dann viele alte Freunde der AVD-Pro2000 begrüßen, die in diesem Jahr auch bei einigen DMV-Läufen mit ihren 4-Taktern starten.
Samstags morgens regnete es und unser Standplatz entpuppte sich als riesiges Schlammloch (das einzigste im Fahrerlager). Da ich meinen Trainingsmotor erst einfahren musste, fuhr ich zunächst mit alten Dunlop-Regenpneus raus. Später, als ich den Motor richtig drehen konnte, kamen nagelneue, aktuelle Regenreifen von Bridgestone drauf die einen super Grip boten und sehr schnelle Zeiten zuließen. Einmal war ich wohl etwas zu schnell und mein Vater musste mich nach einem Dreher mit dem Kartwagen abholen.
Dann wurde die Strecke halbtrocken und ich fuhr zum ersten Mal auf Slicks raus. Nach nur zwei Runden war das Training schon wieder vorbei, weil der Krümmer sich gelöst hatte und mir fast die Ohren abflogen. Den letzten turn wollte ich nun mit meinem neuen Rennmotor fahren, der wehrte sich aber anzuspringen. Vermutlich lag es an der Menge Wasser welches sich vom vielen Regen in Vergaser und Geräuschfilter befand. Eine Menge Wasser und Matsch befand sich übrigens auch mittlerweile in unserem Schrauberzelt.
Sonntagmorgen, das Wetter sollte trocken und warm zu werden, war nun die letzte Gelegenheit, die ideale Übersetzung und ein Setup zu finden.
Jedoch sprang der Motor beim Anschieben schon wieder nicht an, obwohl er vorher auf dem Bock mit Hilfe eines Riemens sofort ansprang und auch sauber lief. Bei den 4 Anschiebeversuchen verletzte sich mein Vater auch noch an einer Rippe, so dass sich fürs folgende Qualifying Ruppert Leuthner vom gleichnahmigen Kartteam bereit erklärte mich im Vorstart anzuschieben. Vielen Dank dafür noch mal an ihn.
Leider ließ uns der Motor auch beim Quali, trotz frischem Anschieber wieder im Stich. Auch hier das gleiche Spiel: Auf dem Bock sprang er ohne Mühe an.
Zum Glück war die Fa. Hetschel (Hersteller d. KZH-Motoren) vor Ort, so dass sich Peter Geiger, den wir schon seit AVD-Zeiten kennen, sich unserem Problem annahm und den Fehler hauptsächlich im Vergaser fand.
Mit dem Versprechen: „Der Motor springt gleich an“ stellte er sich auch als Anschieber fürs erste Rennen zur Verfügung, bei dem ich, aufgrund meiner fehlenden Qualifikation vom letzten Startplatz meiner Klasse aus starten musste.
Und das ohne vernünftiges Training, einem nicht ausgereiften Setup und bei unserer Übersetzung wussten wir auch noch nicht, welche Drehzahlen der Motor erreicht.
Mann, war ich froh, als der Motor ansprang und ich kurz nach dem Start schon ordentlich Druck auf den Führenden machen konnte und mit Strecke und Kart super zurecht kam. So wurde ich Zweiter.
Im Rennen zwei, als Zweiter gestartet, war ich nach einer Korrektur an der Übersetzung wesentlich schneller als der Führende und ich hätte ihn überholen können als wir nebeneinander in die Schikane fuhren. Jedoch fehlte mir die nötige Aggressivität, die sonst eigentlich meine Stärke ist und ich zog zurück. Wahrscheinlich war ich im Unterbewusstsein so froh nach diesem Morgen überhaupt zu fahren. So kam ich nur sehr knapp hinter Rempfer als Zweiter ins Ziel und bekam noch einen Extrapunkt für die schnellste Rennrunde. In der Landesmeisterschaft Süd stehe ich nun auf Platz 2 und in der Bundesmeisterschaft bin ich zur zeit Sechster.
Mein nächstes Rennen ist am 1. Juni im Hessischen Wittgenborn.
Euer Timo
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